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  • Probleme empirischer Kulturforschung
    Bd. 8 Nr. 10 (2009)

    Die Interkulturalitätsforschung hat in den letzten Jahrzehnten stark an Bedeutung gewonnen. Nicht nur Ethnologen, auch Linguisten, Psychologen, Soziologen und Managementforscher beschreiben und vergleichen Kulturen.

    Obwohl die interkulturelle Kommunikation inzwischen häufig als eigenständige akademische Disziplin mit einem vereinenden Paradigma gesehen wird, besteht über die anzuwendenden Forschungsmethoden noch immer Dissens.

    Um den Dialog zwischen Interkulturalitätsforschern unterschiedlicher Mutterdisziplinen zu fördern, veranstaltete die von der Hansen-Stiftung finanzierte Forschungsstelle Grundlagen Kulturwissenschaft im Februar 2009 eine interdisziplinäre Tagung an der Universität Passau. Fachvertreter der Disziplinen interkulturelle Kommunikation, internationale Umfrageforschung, interkulturelle Bildung, Soziologie, Psychologie, Amerikanistik, Geographie, Südostasienkunde und Deutsch als Fremdsprache diskutierten über die Problematik kulturwissenschaftlicher Pauschalurteile und präsentierten unterschiedliche Methoden der Datenerhebung. Der vorliegende Sonderband dokumentiert die Ergebnisse der Passauer Tagung in Ausschnitten.

    Zunächst stellt sich die Frage, wie stark Kulturbeschreibungen verallgemeinern dürfen oder müssen. Da Aussagen über Kollektive nicht den Einzelnen ins Visier nehmen, sondern die Gruppe, können sie nur in Form von Verallgemeinerungen und Pauschalurteilen erfolgen. Wann aber sind Verallgemeinerungen angemessen und wann fallen sie zu pauschal aus? Wenn sich interkulturelle Ratgeber deutschen Kulturstandards, Kommunikationsgewohnheiten oder Verhaltenskonventionen widmen, genügt es dann, wenn diese Beschreibungen auf die Mehrheit der Deutschen zutreffen oder müssen sie auch Minderheiten einbeziehen? Wann dürfen Segmente ausgeblendet werden und wann sind gerade sie für eine Nationalkultur typisch? Diesen grundlegenden Fragen widmen sich die ersten drei Artikel des vorliegenden Bandes.

    Klaus P. Hansen betont in seinem Beitrag über die "Problematik des Pauschalurteils", dass sich Verallgemeinerungen über ein Kollektiv nur auf die partiellen Gemeinsamkeiten dieser Gruppe, nicht aber auf Individuen beziehen dürfen. Der Kulturtheoretiker erinnert an die menschliche Multikollektivität, plädiert für eine dichte Zuschreibung beobachteter Merkmale zu einzelnen Gruppenmitgliedschaften und entwirft eine Typologie unterschiedlicher Kollektivformen. Nationen konzipiert er als Dachkollektive mit homogenem Überbau und polykollektiver Basis. Kulturwissenschaftler müssen diese Ebenen sorgfältig unterscheiden, um zulässige Pauschalurteile fällen zu können.

    In seinem Beitrag "Gefangen im Container - Kulturvergleiche und ihre räumliche Vorbestimmung am Beispiel des Filmes ‚Willkommen bei den Sch’tis‘" demonstriert Jörg Scheffer die Bedeutung, aber auch die Probleme gängiger räumlicher Kategorisierungen in der kulturvergleichenden Forschung. Angesichts gewichtiger Kritikpunkte überlegt er, inwieweit Kulturvergleiche ohne Raum auskommen können oder diesen gerade zur Überwindung der Probleme benötigen. Scheffer zeigt zudem, dass der Nutzen und die Gültigkeit eines Kulturvergleichs stets kontextgebunden sind und plädiert für Kulturvergleiche mit variablem Raumbezug.

    Rüdiger Korff beschreibt in seinem Beitrag "Interkulturalität oder Alltagsleben: Empirische Implikationen theoretischer Perspektiven" den "cultural turn" in den Sozialwissenschaften, in dessen Folge Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend aus einem kulturellen Blickwinkel analysiert werden. Er zeigt, wie eigene und fremde Kulturen in Beziehungen simuliert werden und übt Kritik an dem Essentialismus dichotomisierender Kulturmodelle aus der Trainingspraxis, die Kultur als Ware den Kundenwünschen entsprechend aufbereiten. Diesem Ansatz stellt Korff die kritische Untersuchung des Alltagslebens gegenüber, in der Praxis rekonstruiert und Simulation dekonstruiert wird.

    Die Problematik der kulturwissenschaftlichen Pauschalisierung steht in engem Zusammenhang mit der Frage nach angemessenen Methoden empirischer Datenerhebung. Hier stehen sich zwei konträre Ansätze gegenüber, die sich mit unterschiedlichen Argumentationslinien verteidigen. Verfechter quantitativer Methoden entwickeln Hypothesen ex ante und überprüfen diese mit Hilfe standardisierter Instrumente, um angeblich objektive und replizierbare Ergebnisse zu erhalten. Befürworter qualitativer Ansätze dagegen glauben nicht, dass sich die Kulturforschung an naturwissenschaftlichen Vorgehensweisen orientieren kann. Die Anhänger des Qualitativen plädieren für den verstehenden Zugang, der sich den zu erforschenden Kollektiven und ihren Kulturen öffnet. Zugunsten tiefgehender Analysen wird auf die statistische Auswertung der Daten verzichtet. Obwohl die Grundprämissen beider Erkenntnistheorien lange unvereinbar erschienen, findet inzwischen eine Annäherung statt. Die letzten beiden Beiträge dieses Bandes geben einen Einblick in die aktuelle kulturwissenschaftliche Methodendiskussion.

    Petia Genkova erstellt in ihrem Beitrag über den "Stichprobenzugang oder das Sampling-Problem bei Kulturvergleichenden psychologischen Untersuchungen" eine Typologie unterschiedlicher Forschungsansätze in der Kulturen vergleichenden Psychologie sowie in der Kulturpsychologie, gibt einen Überblick über quantitative und qualitative Methoden des Faches und spricht deren methodische Probleme an. Vor diesem Hintergrund beschreibt Genkova die vielfältigen Schwierigkeiten, die sich bei der Konstruktion vergleichbarer und äquivalenter Stichproben ergeben und zeigt, wie sich der Verzerrungseffekt minimieren lässt.

    In dem abschließenden Beitrag über "Übersetzungsprobleme in der interkulturellen Befragung" zeigt Helene Haas, wie der Einfluss von Kultur auf Sprache, kulturspezifische Konzepte und unterschiedliche Sprachstrukturen die äquivalente Übersetzung von Fragebogenitems und Skalen erschweren. Haas beschreibt Techniken, die in großen Umfrageprojekten zum Einsatz kommen, um das Problem zu kontrollieren und überprüft deren Wirksamkeit mit einem Vergleich der deutschen und englischen Fragebögen der World Values Survey 2006. Da auch hier Verzerrungen durch Übersetzungsungenauigkeiten nachzuweisen sind fordert Haas eine kritische Rezeption empirischer Kulturstudien. Der intensive Austausch zwischen Interkulturalitätsforschern unterschiedlicher Mutterdisziplinen auf der Passauer Tagung zeigte, dass die Suche nach einer gesicherten Methodik für das neue Fach interkulturelle Kommunikation noch lange nicht abgeschlossen ist. Bis dahin müssen ambitionierte Studien Anregungen aus unterschiedlichen Disziplinen aufnehmen und ihre Ergebnisse mit der Kombination mehrerer Messverfahren absichern.

    Helene Hass (Tübingen) im Dezember 2009

  • Interkulturalität als Gegenstand in Lehre, Training, Coaching und Consulting
    Bd. 8 Nr. 9 (2009)

    In unserer aktuellen Ausgabe setzen sich die Autoren aus verschiedenen Perspektiven mit der Frage auseinander, welche Rolle und zugleich welche Bedeutung Interkulturalität als Gegenstand in Lehr-, Trainings-, Coaching- und Consultingszenarien spielt.

    Der erste Beitrag von Sofie Olbers beschäftigt sich zunächst grundlegend mit dem Problem, welche Rolle Kultur für die Herausbildung interkultureller Kompetenz spielt. Aus einer anthropologischen Perspektive präsentiert sie verschiedene Ansätze, Kultur zu definieren, Kultur zu unterscheiden und zu beschreiben. Diese überprüft sie hinsichtlich ihrer Relevanz für interkulturelle Weiterbildungsmaßnahmen.

    Joachim Willems vergleicht in seinem Beitrag aus einer pädagogischen Perspektive interkulturelles und interreligiöses Lernen in der Schule. In der geführten Analyse identifiziert er sowohl notwendige Bezüge als auch notwendige Unterscheidungen, die den beiden Lernformen zugrunde liegen müssen.

    Ebenfalls auf den Lernraum Schule fokussierend, setzt sich der Beitrag von Karina Schlingensiepen, Kati Trempler und Tobias Ringeisen mit der Frage auseinander, wie ein geeigneter Fragebogen für Lehrer für die Erfassung von kulturellen Unterschieden unter Zuhilfenahme von Hofstedes Dimensionsmodell abgebildet werden kann.

    Daniel H. Scheible geht auf Basis der empirischen Untersuchung eines Trainingsprogramms für Fach- und Führungskräfte der Frage nach, in wieweit interkulturelle Trainings tatsächlich in der Lage sind, interkulturelle Kompetenz bei den trainierten Mitarbeitern zu fördern.

    Margret Steixner plädiert in ihrem Beitrag für eine Integration des interkulturellen Coachings in andere Bereiche des Coachings. Basierend auf einer Coaching-Fallstudie entwickelt die Autorin einen hilfreichen Fragenkatalog für das interkulturelle Coaching. Anhand einer Analyse aktueller "China-Knigge" für deutsche Manager betrachtet Michael Poerner in seinem Beitrag das darin vermittelte Chinabild. Er geht dabei der Frage nach, ob es sich bei den Ratgebern tatsächlich um fachlich fundierte Darstellungen handelt oder ob sie sich vielmehr an den üblichen, im Laufe der Geschichte tradierten, undifferenzierten Wahrnehmungsmustern orientieren.

    Susanne Wiegner und Stefanie Rathje analysieren in ihrer empirischen Studie den deutschsprachigen interkulturellen Consultingmarkt. Ausgehend von klassischen Consulting- Definitionen weisen sie bei den analysierten Angeboten und Anbietern im Bereich des interkulturellen Consulting eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit nach.

    Zusätzlich zu den Artikeln der neuen Ausgabe berichtet Jürgen Bolten in der Rubrik "Rezensionen und Berichte aus Forschung und Praxis" kurz über die Konzeption der interkulturellen Videocast-Serie "Miteinander", die soeben mit einem Trainingsfilm zum Thema "Interkulturalität" an den Start gegangen ist. Kornelia Kończal rezenziert das Buch: "Querdenker, Vermittler, Grenzüberschreiter. Beiträge zur deutschen und polnischen Literatur- und Kulturgeschichte" von Marek Zybura und Matthias Mahn rezensiert die Toolbox: "Kooperationskompetenz" von Stefanie Rathje.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena) im November 2009

  • Wir, die oder alle? Kollektive als Mittler einer komplexen Kulturwirklichkeit
    Bd. 8 Nr. 8 (2009)

    Die Beiträge der vorliegenden Sonderausgabe widmen sich einem kulturellen Trägerkonzept, das in den vergangenen Jahren vor allem durch Klaus P. Hansen in seinem analytischen Potenzial erschlossen und ausdifferenziert wurde: Kollektivität.

    Jenseits der Ganzheit von Kultur bieten Kollektive Differenzierungsangebote, die der komplexen Kulturwirklichkeit variabel begegnen, sie in Abhängigkeit vom Erkenntnisinteresse unterschiedlich strukturieren und dabei ein breites Angebot an Beschreibungstermini einbringen können. Im Rahmen einer Tagung, die von der Forschungsstelle Grundlagen Kulturwissenschaft am 16.11.2007 unter dem Titel "Komplexe Ganzheit oder gänzliche Komplexität - die neuen Paradigmen der Kulturwissenschaft" in Passau durchgeführt wurde, griffen die Referenten und Autoren des Heftes diese Optionen in unterschiedlicher Weise auf:

    Klaus P. Hansen widmet sich dem Kollektiv Nation. Er zeigt, dass nicht die oft unterstellte Homogenität diese zusammenhält, sondern vielmehr kollektive Mehrfachzugehörigkeiten oder "Polykollektivität". Hansen veranschaulicht wie Interaktionsregeln und Institutionen den Kollektiven Kohäsion verleihen und wie sie in präkollektiven und pankollektiven Zusammenhängen funktionieren. Auf Grundlage dieser Prozesse können Nationen letztlich als Unikatskonglomerate analysiert werden.

    Jörg Scheffer beschreibt kulturelle Kategorisierungen als Praxis der Grenzziehung. Da sich diese auf ein vorgegebenes Arsenal räumlich-semantischer Vorkategorisierungen bezieht, ist sie für eine Kulturwirklichkeit außerhalb dieser Einteilungen strukturell blind. Sein "selektives Kulturkonzept" sieht stattdessen eine Verortung von Kollektiven vor, die interessenabhängig den aktuellen kulturellen Gegebenheiten Konturen verleihen. Kultur folgt dabei nicht mehr räumlichen Einteilungen sondern umgekehrt.

    Stefanie Rathje setzt in ihrer Kritik am traditionellen Kulturkonzept und dessen Kohärenzpostulat den Kollektivbegriff ebenfalls als Differenzierungsmittel ein: In der Unterscheidung von Kollektiv und Kultur einerseits und Individualität und Pluralität andererseits, entwickelt sie eine Vier-Felder-Matrix, mit der sich sowohl das Kohärenz-Paradigma überwinden, als auch eine präzise Beschreibung der kulturellen Gegebenheiten vornehmen lässt. Letzteres macht sie anhand konkreter Praxisbeispiele und aktueller Anwendungsbezüge deutlich.

    Mario Schulz analysiert schließlich die Komplexität des Kollektivs der deutsch-tschechischen und deutsch-slowakischen Historikerkommission. Um die Arbeits- und Wirkungsweise dieses transnationalen Akteurs mit Hilfe qualitativer Experteninterviews herauszuarbeiten, greift er auf Hansens Konzept der Multikollektivität zurück. Überzeugend wird belegt, dass eine zunächst methodisch notwenige Komplexitätserhöhung dazu dienen kann, kulturelle Komplexität in einem zweiten Schritt Verständnis fördernd zu senken. Die Perspektive Kollektivität erweist sich dabei erneut als viel versprechender Mittler einer komplexen Kulturwirklichkeit.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Jörg Scheffer (Passau) im Juli 2009

  • Globalität Interkultureller Verständigung: Plurale Identitäten, kulturelle Differenzen und das Bild vom Anderen
    Bd. 8 Nr. 7 (2009)

    Kommunikation ist global. Dieser Allgemeinplatz wird weitestgehend unhinterfragt akzeptiert. Lässt sich diese Feststellung aber auch auf Kultur übertragen? Erzeugt die globale Kommunikation auch eine globale Kultur? Dieser Fragestellung widmen sich die Autoren der aktuellen Ausgabe von Interculture Journal auf unterschiedliche Weise.

    Annette Rein argumentiert in ihrem Beitrag "Menschenrechte und vielfarbige Welten" anhand des Konzepts "plurale Identitäten", dass die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte entscheidend davon abhängt, inwieweit Menschen in der Lage und auch Willens sind, Alternativen in der Wahrnehmung und Interpretationen von Vorgängen in der alltäglichen Lebenspraxis zu erkennen. Dies inter- und transkulturell zu kommunizieren, ist nach Reins Auffassung eine der großen Aufgaben bei der globalen Umsetzung und der gegenseitigen Anerkennung von Menschenrechten.

    Hans-Georg Ziebertz und Markus Herbert setzen sich in ihrem Beitrag "Plurale Identität und interkulturelle Kommunikation" mit der Frage auseinander, wie ein Individuum trotz zahlreicher Einflüsse und Veränderungen im Leben "dieselbe" bleibt. Sie argumentieren, dass gerade die Erfahrung interkultureller Differenz ein besonderes Moment der Vergewisserung von Identität sein kann.

    Abdelaziz Bouchara diskutiert in dem englischsprachigen Beitrag "Globalization: Ideology, global English and cultural difference" die Frage, welchen Einfluss Globalisierung in Bezug auf unsere Identität einnimmt und welche Rolle die globale Sprache Englisch in diesem Prozess spielt.

    Der letzte Beitrag von Elias Jammal beschäftigt sich mit dem "Bild des Anderen" anhand der konkreten Fragestellung, inwieweit "interkulturelle Ratgeber" zum Orient dem sogenannten "Karl-May Effekt" unterliegen. Nach Auffassung von Jammal sind die von ihm betrachteten Ratgeber u.a. gekennzeichnet durch "absolute Differenz, misslungene Kulturalisierung, phantasievolle Erdichtung". Hierdurch vermitteln sie ein für die globale Verständigung falsches Bild vom Orient.

    Zusätzlich zu den Artikeln der neuen Ausgabe stellen wir Ihnen wieder eine Vielzahl aktuell rezensierter Bücher vor, die sie ab dieser Ausgabe auch als Teil der Gesamtausgabe finden. Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von Interculture Journal.

    Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena), im Mai 2009

  • Über die Schwierigkeiten Interkultureller Kommunikation. Räume - Netzwerke - Kooperationen
    Bd. 7 Nr. 6 (2008)

    Worin bestehen die Schwierigkeiten interkultureller Kommunikation? Dieser Frage stellen sich die in der aktuellen Ausgabe versammelten Autoren und Autorinnen in thematisch und regional unterschiedlichen Räumen, Netzwerken und Kooperationen.

    Stefan Strohschneider entwickelt für die Beantwortung der Frage nach der Schwierigkeit interkultureller Kommunikation eine abwechslungs- und erkenntnisreiche "Reiseroute". Dabei entwirft er in essayistischer Form eine geisteswissenschaftliche Landschaft, in der sich das Forschungsgebiet Interkulturelle Kommunikation verorten kann.

    Christian Wille betrachtet in seinem Beitrag "Fremder Alltag" die alltäglichen Herausforderungen von Grenzgängern in der Region SaarLorLux. Zur Beschreibung dieser Grenzregion zieht Wille das Modell der Transnationalen Sozialen Räume heran.

    Sabine Heiß knüpft in ihrem Beitrag "Im dritten Raum" an die Raummetapher an und fordert als Ergebnis einer von ihr durchgeführten Studie einen Perspektivwechsel in der Ausbildung im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, weg von Ansätzen kulturvergleichender Differenzbestimmung hin zur Analyse von Wirkungszusammenhängen.

    Angelika Hennecke erweitert mir ihrem Beitrag "Brücken zwischen Interkultureller Kommunikation und Technik" die Diskussion über Schwierigkeiten in der interkulturellen Kommunikation um den häufig vernachlässigten Aspekt der Technik und des Techniktransfers. Ihre Analyse beruht auf Ergebnissen eines Forschungsprojektes, das zwischen Wissenschaftlern mehrerer Europäischer Hochschulen und Universitäten durchgeführt wurde.

    Der fünfte Beitrag von Yaling Pan führt uns nach China und setzt sich mit dem Aspekt der Netzwerkbildung auseinander. Pan weist nach, wie sich dieser Aspekt des sozialen Lebens auf die konfuzianische Lehre zurückführen lässt und noch heute die chinesische Gesellschaft prägt.

    Der letzte Beitrag und gleichzeitig unser erster Artikel aus Korea von Soon-Im Kim, Suyean Yu, Miyeon Kim, Dury Chung und Chungi Min lenkt den Blick auf interkulturelle Schwierigkeiten im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Autoren diagnostizieren zwischen Koreanern und deutschen Expatriats in Korea eine Vielzahl kultureller Unterschiede, die zu Konflikten in der Zusammenarbeit führen können. Zusätzlich zu den Artikeln der neuen Ausgabe stellen wir Ihnen wieder eine Vielzahl aktuell rezensierter Bücher vor, die sie auf der Homepage des Journals unter dem Menüpunkt Rezensionen finden.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Stefanie Rathje (Berlin) und Jürgen Bolten (Jena) im Dezember 2008

  • Probleme und Möglichkeiten der Messung von Kultur
    Bd. 6 Nr. 5 (2007)

    Kann man Kulturen messen? Diese Frage beschäftigt die interkulturelle Forschung seit ihren Anfängen. Die praktischen Masstabellen kulturvergleichender empirischen Forschung (z.B. Hofstedes Dimensionsmodell), gelten für die einen als hilfreiches Instrument zum Umgang mit kulturellen Unterschieden, für die anderen als unzulässige Reduktion einer nicht in Zahlen fassbaren kulturellen Komplexität.

    Pünktlich zum Jahresende 2007 präsentieren wir Ihnen daher eine neue Ausgabe von interculture journal, die unter dem Titel "Probleme und Möglichkeiten der Messung von Kultur" vier Artikel aus unterschiedlichen Disziplinen versammelt, die sich direkt oder indirekt auf kritische Weise mit der Messbarkeit von Kulturen auseinandersetzen oder auf bekannten Modellen der kulturvergleichenden Forschung aufbauen, um diese sinnvoll anzuwenden oder zu erweitern. Als interdisziplinär ausgerichtete Fachzeitschrift möchte intercuture journal beiden Standpunkten ein Forum bieten und zum methodischen Austausch zwischen den Ansätzen beitragen.

    Die Kulturwissenschaftlerin Helene Haas, Doktorandin an der Universität Passau, untersucht systematisch die methodischen Probleme kulturvergleichender Umfrageforschung und argu-mentiert nachdrücklich gegen eine unkritische Rezeption empi-risch ermittelteter Kulturdimensionen à la Hofstede.

    Der Beitrag von Diplom-Kulturwirt Alexander Janzer führt diese Gedanken weiter und untersucht kulturwissenschaftliche Probleme der internationalen Managementforschung, die ihrerseits methodisch besonders häufig auf kulturvergleichende Umfrageforschung zurückgreift.

    Die Diplom-Psychologin Daniela Gröschke setzt mit ihrem Aritkel demgegenüber auf Hofstedes Kulturdimensionen auf, um die Auswirkungen kultureller Prägung auf den Bereich individueller Selbstkonzeption zu untersuchen und das Modell sinnvoll zu erweitern.

    Die Erziehungswissenschaftlerin Petra Buchwald und der Psychologe Tobias Ringeisen verwenden in ihrem Beitrag Hofstedes vierdimensionales Kulturmodell als Ausgangspunkt zur Darstellung kultureller Einflüsse im Denken und Fühlen von Lehrenden und Schülern, um auf dieser Basis Bewältigungsstrategien von Lehrenden im interkulturellen Kontext zu untersuchen.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Stefanie Rathje und Jürgen Bolten, Jena im Dezember 2007

  • Bd. 6 Nr. 4 (2007)

    Als Ergänzung zu unserer Sonderausgabe vom Januar dieses Jahres mit dem Thema "Interkulturelle Kompetenz und Employability", die vor allem die Ausbildung interkultureller Kompetenz an der Hochschule in den Blick nahm, setzt sich die aktuelle Ausgabe von interculture journal mit der Vermittlung interkultureller Kompetenz in Kontexten außerhalb der Hochschule auseinander.

    Wir freuen uns, Ihnen wieder eine Reihe von praxisorientierten Beiträgen vorstellen zu können, deren Erkenntnisse auch die laufende Konzeption neuer Studiengänge auf Bachelor- und Masterniveau befruchten können.

    Alfons Scholten, selbst an einem Gymnasium tätig, macht sich in seinem Artikel "Interkultureller Kompetenzerwerb in der Schule als Beitrag zur employability" für eine Integration interkultureller Kompetenz als Lernziel bereits in der Schule stark und entwickelt konkrete Vorschläge zur Implementierung dieses Ansatzes.

    Der pädagogische Psychologe Tobias Ringeisen und seine Co-Autorinnen Petra Buchwald und Christine Schwarzer von der Abteilung für Weiterbildung und Beratung an der Universität Düsseldorf setzen sich in ihrem Beitrag "Unterrichtsgestaltung aus interkultureller Perspektive” ebenfalls mit interkultureller Kommunikation im Rahmen der schulischen Ausbildung auseinander, untersuchen jedoch eher die Herausforderungen des Lehrens im Kontext multikultureller Schülergruppen. Auf Basis einer kulturvergleichende Analyse leiten sie Empfehlungen zur Lehrerqualifikation und Unterrichtsgestaltung ab.

    Daniel Scheible widmet sich dem Thema Employability aus Sicht einer bestimmten Branche, dem Gesundheitssektor. In seinem Artikel "Interkulturelle Kompetenz für das Management im Gesundheitswesen” weist er einerseits die steigende Bedeutung interkultureller Kommunikationsfähigkeiten in diesem Bereich, andererseits ihre mangelhafte Vermittlung in herkömmliche Bachelorstudiengängen im Gesundheitsmanagement nach. Am Beispiel der Europaschule Fresenius entwirft er ein Konzept zur Integration von kulturwissenschaftlichen Inhalten in Studiengänge des Gesundheitsmanagements.

    Der abschließende Beitrag "Evaluation of a Western training concept for further education in China” von Bettina Fischer und Birgitta Kopp von der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt sich mit der Frage der Kulturabhängigkeit von Vermittlungsmethoden im Trainingsbereich. Anhand des Trainings eines deutschen Automobilherstellers für chinesische Mitarbeiter untersuchen die Autorinnen Unterschiede zwischen westlichen und chinesischen Lerngewohnheiten und entwicklen Ansätze zur Adaption von Trainings je nach kulturellem Lernerkontext.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Stefanie Rathje und Jürgen Bolten, Jena im Mai 2007

  • Interkulturelle Kompetenz und Employability
    Bd. 6 Nr. 3 (2007)

    Wie sollten Studienangebote zu Bereichen interkultureller Kommunikation gestaltet werden, um ihren Absolventen eine größtmögliche Beschäftigungsfähigkeit mit auf den Weg zu geben? Dieser Leitfrage widmet sich die neue Sonderausgabe von interculture journal "Interkulturelle Kompetenz und Employability". Die einzelnen Beiträge setzen thematische Schwerpunkte, die auf dem siebten Arbeitstreffen des Arbeitskreises interkulturelle Lehre an deutschsprachigen Hochschulen im Rahmen der Akademie für interkulturelle Studien (AiS) am 27. und 28. April 2006 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) präsentiert und diskutiert wurden.

    Einleitend skizziert Dominic Busch die Debatte um den Beitrag interkultureller Studiengänge zur employability ihrer Absolventen aus diskurstheoretischer Perspektive.

    Florian Buch beschreibt auf der Grundlage eigener Forschungsaktivitäten am Centrum für Hochschulentwicklung Motive des Wissenschaftsrats zur Reform kultur- und geisteswissenschaftlicher Studiengänge an deutschsprachigen Hochschulen.

    Jürgen Bolten diskutiert sinnvolle Verortungen interkultureller Studienangebote innerhalb der an zahlreichen Hochschulen neu einzurichtenden Bachelor- und Masterprogramme und plädiert für eine Vermittlung "interkulturellen" Wissens im Rahmen von konsekutiven Masterstudiengängen.

    Jutta Berninghausen stellt im Gegenzug mit dem Studiengang Global Management der School of International Business an der Hochschule Bremen ein Modell zur Vermittlung "interkulturellen Wissens" zur Berufsbefähigung bereits nach dem Bachelor-Abschluss vor. Der Vermittlung von social skills wird hier ein Drittel des gesamten Workloads eingeräumt, der in anderen Studiengängen des Fachs größtenteils durch fachliches Wissen bestritten wird.

    Alexander Thomas und Ulrich Hößler präsentieren mit dem "Zusatzstudium Interkulturelle Handlungskompetenz" ein Bildungsformat in Bereich interkultureller Kommunikation, das sich als Ergänzung zu einem weiteren, frei wählbaren fachlichen Studium an fortgeschrittene Studierende der Universität und der Fachhochschule Regensburg wendet.

    Elias Jammal beschreibt alternativ ein Studiengangskonzept der Hochschule Heilbronn, in dem interkulturelles Wissen auf Bachelor-Niveau und anschließend optional konsekutiv und vertiefend in der Masterphase vermittelt wird.

    Der abschließende Beitrag von Bettina Strewe kontrastiert die vorangegangenen Fragestellungen aus der Vermittlung interkultureller Kompetenzen und interkulturellen Wissens im Bereich der Hochschuldidaktik mit der Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Rahmen der obligatorischen Integrationskurse für Migranten in Deutschland, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BaMF) mit dem neuen Zuwanderungsgesetz 2004 eingeführt hat.

  • Bd. 5 Nr. 2 (2006)

    Pünktlich zur 7. Interkulturellen Sommerakademie in Jena präsentieren wir Ihnen die zweite Ausgabe von interculture journal, die einen inhaltlichen Schwerpunkt auf das Thema Stereotyp und Vorurteil im interkulturellen Kontext setzt. Wir freuen uns, Ihnen Artikel aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen vorstellen zu können, die das breite disziplinäre Spektrum widerspiegeln, das interculture journal repräsentieren möchte.

    In seinem einleitenden Grundlagenbeitrag "Die Bedeutung von Vorurteil und Stereotyp im interkulturellen Handeln" liefert der Regensburger Psychologe Alexander Thomas einen umfassenden Forschungsüberblick zu Stereotyp und Vorurteil. Indem er ihren psychologischen Nutzen für das Individuum nachzeichnet, wendet sich Alexander Thomas gegen eine undifferenzierte Verteufelung der beiden Konzepte. Auf Basis empirischer Forschung stellt er praxisorientierte Handlungsvorschläge zum Umgang mit Stereotyp und Vorurteil im interkulturellen Kontext zusammen und identifiziert bestehende Forschungslücken.

    Der betriebswirtschaftliche Artikel von Manuel Lérida A Case Study on Spanish Small and Medium Sized Companies untersucht Möglichkeiten des Einsatzes bikultureller Experten für das Exportgeschäft am Beispiel spanischer KMUs (kleinerer und mittlerer Unternehmen), die Produkte nach Deutschland vertreiben.

    Der Politikwissenschaftler und Tschechien-Experte Mario Schulz setzt sich in seinem Artikel "Transnationale Räume" mit diesen erfolgreichen aber wenig bekannten Instrumenten zur Lösung internationaler, historisch bedingter Konflikte auseinander. Am Beispiel der deutsch-polnischen Schulbuchkommission sowie der deutsch-tschechischen Historikerkommission entwickelt er ein Modell Transnationaler Räume und identifiziert auf Basis einer Literaturanalyse innerhalb der Geschichts-, Politik- und Kulturwissenschaften vielversprechende Forschungsdesiderata zu ihrer Arbeits- und Wirkungsweise.

    Die Religionswissenschaftler Hans-Georg Ziebertz und Leo van der Tuin stellen in ihrem Beitrag "Pluralitätsverdruss und Fremdenangst?" die überraschenden Ergebnisse einer vergleichenden empirischen Untersuchung der Einstellungen niederländischer und deutscher Jugendlicher vor, die nach Zusammenhängen zwischen religiösem Hintergrund und Vorurteilen bzw. Fremdenhass sucht.

    Der letzte Artikel, unser erster journal-Beitrag aus China von Jingtao Yu, nimmt das Thema des einleitenden Beitrags von Alexander Thomas auf und beschäftigt sich mit Stereotypisierung im interkulturellen Kontext. Die westliche Sichtweise zu Stereotypen und Vorurteilen erhält hier eine wertvolle Erweiterung um die Perspektive der chinesischen Forschung.

    Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben von interculture journal.

    Stefanie Rathje (Jena) und Jürgen Bolten (Jena) im September 2006

  • Bd. 5 Nr. 1 (2006)

    Die erste Ausgabe von interculture journal spiegelt in ihrer Vielfalt an Themen und Disziplinen das breite Spektrum interkultureller Forschung wider, das interculture journal repräsentieren möchte:

    In seinem einleitenden Essay "Transcending Hybridity: Recovering Difference" widmet sich Roland Hagenbüchle der allgemeinen Kulturtheorie. Er zeichnet die Erfolgsgeschichte aber auch die Grenzen des Konzepts der Hybridität nach und argumentiert für eine neue Beschäftigung mit dem Ansatz der Differenz als Grundlage für die Notwendigkeit, trotz der Erkenntnis kultureller Relativität Entscheidungen treffen zu müssen.

    Der Artikel Anmerkungen zum interkulturellen Bildverstehen von Barbara Biechele beschäftigt sich mit der Frage der Kulturabhängigkeit von Bildrezeption und präsentiert didaktisch-methodische Ansätze zum Lernen mit Bildern im Fremdsprachenunterricht.

    In "Wunschdenken versus Alltagsrealität: Interkulturalität an einer internationalen Hochschule" arbeitet Gundula Gwenn Hiller Interkulturalitätserfahrungen von Studenten an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder auf.

    Der Artikel von Yvonne Knoll "Currently Offered Intercultural Training in Germany and Great Britain" unternimmt einen empirischen Vergleich der Trainingslandschaft in diesen beiden Ländern und arbeitet Entwicklungspotentiale für interkulturelle Trainingsangebote heraus.

    Der letzte Artikel Zusammenhalt in der Zwischenzeit von Stefanie Rathje widmet sich dem betriebswirtschaftlichen Thema internationaler Unternehmenszusammenschlüsse und postuliert als Teil des interkulturellen Managements neue Ansätze zur Erhaltung von Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor bei der Planung von M&A.

    Stefanie Rathje (Jena) und Jürgen Bolten (Jena) im April 2006

  • Bd. 4 Nr. 11 (2005)

    In der aktuellen Ausgabe von "interculture-online" beschäftigt sich Anne Schröder mit aktuellen Trends im interkulturellen und internationalen Personalmanagement Deutschlands. Eine global agierende Wirtschaft erfordert Mitarbeiter und vor allem Führungskräfte, die in der Lage sind grenz- und kulturübergreifend zu denken und zu agieren. Inwieweit sich Deutschlands Unternehmen tatsächlich solchen Herausforderungen stellen, wird in dem Artikel von Schröder aufgezeigt.

    Um eine Bewertung interkultureller Kompetenzen in Online-Studiengängen zur Interkulturellen Kommunikation geht es in dem Beitrag von Bettina Strewe. Im E-Learning Zeitalter stehen nicht wenige DozentInnen vor dem Problem einer gerechten Benotung ihrer StudentInnen, dies gilt nicht zuletzt für den Bereich der Interkulturellen Kommunikation. Strewe wertet dazu in ihrer Arbeit Befragungsergebnisse aus und vermittelt Lösungsansätze für eine einheitlichere und damit gerechtere Bewertung Studierender.

    Interkulturelle (Wirtschafts-)Kommunikation: "Fach" oder "Gegenstandsbereich" – lautet der Titel zum Aufsatz von Prof. Dr. Jürgen Bolten. An Hochschulen ist geplant Interkulturelle Kommunikation verstärkt als Bachelor- und Masterstudiengang anzubieten. Allerdings ist einem breiten Publikum nicht klar, was sich eigentlich hinter diesem Fachgebiet verbirgt; der Bereich der Interkulturellen Kommunikation scheint verschwommen und ohne klare Inhalte. "Fach" oder doch "Gegenstandsbereich"? Mit dieser komplexen Fragestellung beschäftigt sich die Arbeit Boltens. Die Entstehung und Entwicklung der Interkulturellen (Wirtschafts-)Kommunikation betrachtend, gibt der Beitrag Anregungen zu Fragen der Einbindung und der Behandlung dieses Themengebietes.

    Der Begriff der Zeit wird in unterschiedlichen Kulturen verschieden definiert und behandelt. Ein Aufeinandertreffen der Kulturen, besonders im wirtschaftlichen Bereich, birgt daher nicht selten Probleme und Missverständnisse, die aus einem unterschiedlich behandelten Zeitmanagement rühren. Anuradha sensibilisiert in ihrem Artikel "Zeitkulturen: Eine Betrachtung aus indisch-deutscher Sicht" für diese Problematik, hier speziell bei indisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen. Sie zeigt gängige Missverständnisse auf und gibt Anregungen zur Lösung gemeinsamer "Zeitprobleme".

  • Bd. 3 Nr. 10 (2004)

    In der aktuellen Ausgabe des Interculture-Online Journals untersucht Carolin Weppler die Situation interkultureller Trainingsinstitutionen in Deutschland. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Qualität der jeweils angebotenen Trainings und einem damit einhergehenden Versuch der Qualitätssicherung. Zusätzlich erhält der Leser einen Einblick in die Angebots- und Nachfragestrukturen im Bereich interkultureller Trainings in Deutschland.

    Ihr Interculture-Online Team

  • Bd. 3 Nr. 9 (2004)

    In der aktuellen Ausgabe des Interculture-Online Journals haben wir wieder drei aktuelle Beiträge aus dem Bereich der Interkulturellen Forschung zusammengefasst.

    Marion Dathe beschäftigt sich in ihrem Artikel mit der Vermittlung von Kultur über das Medium Internet. Dies geschieht am Beispiel der Kultur Russlands.

    Franka Fleischhack stellt in ihrem Beitrag netzbasierte Gestaltungsansätze für die interkulturelle Zusammenarbeit vor.

    Sonja Bründl-Price beschäftigt sich mit internationalem Teambuilding aus britischer Perspektive.

    Ihr Interculture-Online Team

  • Bd. 3 Nr. 8 (2004)

    Die achte Ausgabe des Interculture-Online Journals enthält aktuelle Beiträge zur interkulturellen Kommunikationsforschung und -praxis.

    Jürgen Bolten diskutiert in seinem Artikel, inwiefern aktuelle Maßnahmen der interkulturellen Personalentwicklung methodisch den Anforderungen des Globalisierungskontextes genügen oder ob nicht doch noch zum Teil mit Methoden der "Ersten Moderne" Probleme der "Zweiten Moderne" zu lösen versucht werden.

    Christian Wille betrachtet die saarländisch-lothringischen Wirtschaftsbeziehungen anhand von Ergebnissen verschiedener Studien. Er unternimmt den Versuch, Herausforderungen der Zusammenarbeit in diesem Raum zu ermitteln und mit Blick auf die interkulturelle Schnittstellenfunktion der Grenzregion zu bewerten.

    In einem praxisorientierten Beitrag setzt sich Susanne Zaninelli unter dem Stichwort "Remote Training" mit den Spezifika der Zusammenarbeit in internationalen Projektteams auseinander.

    Ihr Interculture-Online Team

  • Bd. 3 Nr. 7 (2004)

    Die siebente Ausgabe von Interculture-Online Journal beinhaltet zwei aktuelle Artikel aus dem Bereich der interkulturellen Kommunikation.

    Christian Büttner diskutiert in seinem Artikel: "Differenzerfahrungen und ´interkulturelle Integration´ in sozialpädagogischen Arbeitsfeldern" aus einer entwickungs- und sozialpsychologischen Perspektive das Konzept der Interkulturellen Kompetenz. Der Schwerpunkt liegt dabei auf die Vermittlung von Differenz.

    Jorge Peña und Francisco Javier Montiel stellen in ihrem Beitrag: "Die Wiederentdeckung der Neuen Welt - Spanische und lateinamerikanische Unternehmenskultur in Interaktion" die Frage, ob Spanien aufgrund der behaupteten Synergien der Schlüssel für die lateinamerikanischen Märkte ist.

    Ihr Interculture-Online Team

  • Bd. 2 Nr. 6 (2003)

    In der neuen Ausgabe von Interculture-Online finden Sie vier neue Artikel sowie einen interessanten Überblick über das interdisziplinäre Symposium "Europäische Kulturen in der Wirtschaftskommunikation", welches im November in Regensburg stattfand.

    Der Artikel von Dr. Swetlana Philipp betrachtet aus dem Blickwinkel der interkulturellen Psychologie die Kommunikationsstörungen in interkulturellen Erst-Kontakt-Situationen. Sonja Bründl-Price beschäftigt sich in dem englischsprachigen Artikel mit dem internationalen Teambuilding aus britischer Perspektive.

    Der auf Spanisch veröffentlichte Beitrag von Francisco Javier Montiel gibt einen allgemeinen Überblick von Mergers und Acquisitions im interkulturellen Kontext.

    Am Beispiel der Werbung für chilenischen Wein in Deutschland zeigt Jorge Pena die Herausforderung des interkulturellen Marketings bezüglich Produkt, Markenname und Layout. Der Artikel ist eine Übersetzung aus dem Spanischen (Vgl. Interculture-Online 3/ 2003).

  • Bd. 2 Nr. 5 (2003)

    Die überarbeitete 5. Ausgabe des Interculture-Online Journals umfasst eine Auswahl von Diskussionspapieren und Aufsätzen, die während der 4. Interkulturellen Sommerakademie in Jena gehalten wurden.

    Die Materialien stehen als Diskussionsgrundlage zur Verfügung. Aktuelle Fragen der interkulturellen Kommunikationsforschung können im Dialog mit den einzelnen Verfassern diskutiert und erarbeitet werden. Die Ergebnisse werden im nächsten Jahr in einem Tagungsband zur 4. Interkulturellen Sommerakademie veröffentlicht. Während der Tagung wurden einzelne Vorträge auf Video aufgezeichnet. Diese stehen weiterhin zur Verfügung.

    Wir hoffen, dass wir für Sie interessante Informationen zusammenfassen konnten und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

    Ihr Interculture-Online Team.

  • Bd. 2 Nr. 4 (2003)

    Im Mittelpunkt der 4. Ausgabe von Interculture-online stehen Beiträge von Stefanie Rathje und Astrid Ertelt-Vieth.

    Der Aufsatz von Stefanie Rathje geht der Frage nach, in wieweit kulturelle Dimensionsmodelle zur Erklärung kultureller Unterschiede dienen können.

    Astrid Ertelt-Vieth setzt sich mit dem Problem von "cultural gaps" auseinander.

    Interculture-online bemüht sich schnell über neue Entwicklungen im Bereich der Interkulturellen (Wirtschafts-)Kommunikationsforschung zu informieren. Aus diesem Grund lebt das Journal von der Interaktion mit seinen Lesern. Die Möglichkeit, selbst direkt Informationen zu Tagungen oder Jobangeboten einzugeben, dient der Aktualität des Journals. Verbesserungen sind nur auf der Grundlage von Kritik möglich. Daher sind wir für Kritik, Verbesserungshinweise, Anregungen und sonstige Tipps besonders dankbar.

    Wir wünschen viel Spaß beim Lesen. Ihr interculture-online Team!

  • Bd. 2 Nr. 3 (2003)

    Die dritte Ausgabe des Interculture-Online Journals enthält drei neue Aufsätze zum Thema Interkulturellen Konfliktverhaltens, zur Strukturierung von Interkulturellen Coachingmaßnahmen und zu Fragen des interkulturellen Marketings am Beispiel von Chile und Deutschland.

    Weiterhin sind wieder viele interessante Jobangebote und Workshops im Journal zusammengetragen wurden. Diese werden von uns ständig aktualisiert. Dabei sind wir immer auf Ihre Anregungen und Vorschläge angewiesen.

    Viel Spaß beim Lesen, ihr Interculture-Online Team

  • Bd. 1 Nr. 2 (2002)

    Die aktuelle Ausgabe von Interculture-Online enthält aktuelle Aufsätze zur wirtschaftsbezogenen Kulturgeschichte Frankreichs, zur Konzeption interkultureller E-Assessment-Center und zu Fragen des interkulturellen (Post)-Merger Managements.

    Darüber hinaus haben wir interessante Neuerscheinungen und viele kleinere Meldungen zu aktuellen Entwicklungen in Theorie und Praxis der interkulturellen Wirtschftskommunikation für Sie zusammengestellt.

    Unser Journal lebt aber erst durch die Interaktion mit Ihnen. Kritik und Anregungen sind daher herzlich willkommen!

    Bis bald, Ihr interculture-online-Team

  • Bd. 1 Nr. 1 (2002)

    Die Zeitschrift wird herausgegeben vom Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena und von interculture.de. Eine der wichtigsten Zielsetzungen des Journals besteht darin, schnell und unkonventionell über neue Entwicklungen im Bereich der Interkulturellen (Wirtschafts-)Kommunikationsforschung zu informieren und allen, die in diesem Bereich arbeiten, ein Forum zum Meinungs- und Informationsaustausch zu bieten.

    Aus diesem Grund lebt das Journal von der Interaktion mit seinen Lesern. Die Möglichkeit, selbst direkt Informationen zu Tagungen oder Jobangeboten einzugeben, soll der Aktualität des Journals auch außerhalb des viermonatigen Erscheinungsturnus dienen. Fachbeiträge, Tagungsberichte, Projektdarstellungen, Rezensionen und Rezensionsvorschläge, ggf. Belegexemplare sowie Hinweise auf Neuerscheinungen von sind jederzeit willkommen.

    Gleiches gilt für Ankündigungen von Examensthemen, die in engerem oder weiterem Sinn mit Interkultureller Wirtschaftskommunikation zu tun haben.

    Beiträge sollten am besten als rtf-Dokumente an uns gemailt werden: Juergen.Bolten@interculture.de Verbesserungen sind nur auf der Grundlage von Kritik möglich.

    Da es sich bei dieser Ausgabe von interculture-online eher um eine Konzeptvorstellung als um ein "fertiges Produkt" handelt, sind wir für Kritik, Verbesserungshinweise, Anregungen und sonstige Tipps natürlich besonders dankbar. Im Namen des

    Herausgeberteams: Prof. Dr. Jürgen Bolten

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