Bd. 11 Nr. 19 (2012): Relevanz von (Inter-)kulturalität: Erfahrungen und Prognosen

interculture journal 19/2012

Die aktuelle Ausgabe von interculture journal beschäftigt sich mit der Frage nach der Relevanz von interkulturellen Fragestellungen in der heutigen Gesellschaft. Die Autoren dieser Ausgabe beschreiben hierzu vielfältige Erfahrungen und geben zugleich Prognosen zur zukünftigen Bedeutung des Konzepts von Kulturalität bzw. Interkulturalität.

Die Frage nach der Relevanz von Kulturalität zwingt auch heute noch unweigerlich dazu, in diesem Zusammenhang über die Rolle von Nationalkulturen nachzudenken. Diesem Thema widmet sich der erste Artikel: Peter Witchalls untersucht in seinem einleitenden Beitrag „Is national culture still relevant?“, ob die Kategorisierung Nationalkultur bei der Interaktionsanalyse von Mitgliedern verschiedener Nationalstaaten noch zeitgemäß ist. Hierzu analysiert er verschiedene soziale Systeme und Institutionen, die zur Aufrechterhaltung eines Konzepts von Nationalkultur beitragen können.

Hang Lin beschreibt in seinem Artikel „Die Lehren des Meisters: Konfuzius und die chinesisch kulturelle Identität konfuzianischer Prägung“ die Bedeutung des Konfuzinismus für das Verständnis Chinas vor dem Hintergrund kontinuierlicher westlichen Einflusses.

Manfred Ertl untersucht in seinem Beitrag „So nah und doch so fern – Fremdheitserfahrungen deutscher Migranten in Frankreich“ die Berichte deutscher Auswanderer in Frankreich. Er geht dabei im Besonderen der Frage nach, welche Rolle eine Herkunfskultur für die eigene persönliche Entwicklung in der „Fremde“ spielt.

Anhand eines Fallbeispiels aus dem deutschen Schulbereich analyisert Aladin El-Mafaalani in seinem Beitrag Migrations- und ungleichbedingte Missverständnisse im deutschen Schulsystem. Er geht dabei auf verschiedene Erziehungslogiken ein und untersucht deren Wirkung auf die Schüler.

Petra Vogler geht im letzten Beitrag „Intuition als Metafähigkeit Interkulturellen Managements – zum Selbstverständnis Interkultureller Manager“ der Frage nach der Relevanz von Interkulturalität im Managementbereich nach. Sie beschreibt die Interkulturelle Mangementkompetenz als strategische Handlungskompetenz in internationalen Unternehmenssituationen. Dabei legt sie einen besonderen Schwerpunkt auf das Konzept der Intuition als Metafähigkeit.

Ergänzt wird die aktuelle Ausgabe durch eine Reihe von Rezensionen aktueller Bücher mit interkulturellem Themenfokus.

Olga Sacharowa rezensiert das Bucht von Esther Braunwarth „Interkulturelle Kooperation in Deutschland am Beispiel der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit“. Linda Schwarzl setzt sich mit dem Buch „Survival Kit für Chinesen in Deutschland. 中国人旅德生存手册“ von Jieting Kong auseinander. Alexandra Stang widmet sich dem Buch „Interkulturelle Kommunikation in der Hochschule. Zur Integration internationaler Studierender und Förderung Interkultureller Kompetenz“ von Adelheid Schumann, Stefan Strohschneider setzt sich mit dem Band „Kulturvergleichende Psychologie: Ein Forschungsleitfaden“ von Petia Genkova auseinander und Sara Dirnagl betrachtet die beiden Veröffentlichungen „Deutschland erfindet sich neu“, herausgegeben von Hilal Sezgin, und „Multikultur 2.0“ von Susanne Stemmler.

Die Herausgeber bedanken sich an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren und freuen sich auf zahlreiche weitere Beiträge für zukünftige Ausgaben des interculture journal.

Stefanie Rathje (Berlin) und
Jürgen Bolten (Jena) im Dezember 2012



Veröffentlicht: 2012-12-22

Editorial